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	<title>drk Hrtmnn</title>
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		<title>Du</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Drk Hrtmnn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Oct 2023 08:17:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht, einfach mal über dich.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>du (das ist der titel)</strong></p>



<p>du machst<br>aus jedem einfachen<br>satz<br>ein poetisches<br>gedicht</p>



<p>einfach<br>indem du unvermittelt<br>umbrichst</p>



<p>und die<br>satzzeichen weg<br>lässt kleinsch<br>reibung<br>nicht zu vergessen</p>



<p>du bescherst allen<br>rezitatoren<br>atem</p>



<p>pausen<br>die jeden sprechtrainer<br>blau<br>anlaufen lassen</p>



<p>es<br>holpert und stolpert und<br>rumpelt und pumpelt<br>doch</p>



<p>du machst ganz<br>einfach<br>ein poetisches gedicht</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Der Mops von Herrn Otto</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Drk Hrtmnn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Oct 2023 15:11:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Parafakten]]></category>
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					<description><![CDATA[Die wenigsten kennen die ursprüngliche Kurzgeschichte von Ernst Jandl, die absolut erfolglos war und kein Schwein interessiert hat. Erst, als er daraus ein Gedicht gemacht hatte, wurde es berühmt. Seltsam.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Die ursprüngliche Kurzgeschichte von Ernst Jandl, der kein Erfolg beschieden war</em></p>



<p>Herr Otto hat einen eigenwilligen Hund, einen Mops. Weil Herr Otto nicht sehr gut im Ausdenken von Namen ist, hat er seinem Hund keinen gegeben, sondern nennt ihn einfach “Mops”. Häufig passiert es, dass dieser Hund trotzig ist, woraufhin Herr Otto ihn strafend verscheucht, auf dass er ihm aus den Augen gehen möge. Meist läuft der Mops dann hopsend von dannen. Herr Otto nimmt dies interessiert zur Kenntnis &#8211; offenbar gibt es also Befehle, die der Hund anstandslos befolgt.</p>



<p>Auf diese Weise alleingelassen verrichtet Herr Otto ungestört sein Tagwerk. Beispielsweise heizt er seine Wohnung noch mit einem uralten Koksofen, für den er den Brennstoff die Kellertreppe hochträgt. Oder er besinnt sich auf den Ratschlag der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und holt sich ein Stück Obst zum Verzehr. Während Herr Otto dies und das erledigt, fällt ihm beiläufig auf, dass von seinem Hund rein gar nichts mehr zu hören ist. So sehr er auch lauscht, hört er weder Schnarchen noch Trapsen. Zaghaft ruft er seinen Hund in der Hoffnung, kurz darauf das Klicken seiner Krallen im munteren Schritt auf dem stabverleimten Parkett der Wohnung zu hören.</p>



<p>Was er aber von seinem Hund hört, ist ein leises Klopfen. Vielleicht ist es der lustig geringelte Schwanz, der vor Freude wedelnd im Liegen auf den Boden dotzt? Oder hat das Tier gar gelernt, an der halboffenen Küchentür anzuklopfen und höflich um Einlass zu bitten? Herr Otto lockt seinen Hund freundlich an und dieser tritt ins Zimmer ein. Der Mops übergibt sich sofort auf den Fußboden. Das ist das letzte, mit dem Herr Otto gerechnet hätte und besorgt kümmert er sich nun um seinen Hund und um das gute Parkett.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Parafaktische Anmerkungen (Drk Hrtmnn)</h2>



<p>Herr Otto war ein Findelkind unbekannter Herkunft. Er wurde 1949 als Zweijähriger in einem Geschäft für Heimtierbedarf in Purkersdorf bei Wien aufgefunden; gekleidet in einem wärmenden Hasenkostüm und mit einer Armkette mit dem Namen “Otto”. Man hat es einfach dabei belassen, dass der Nachname des Kindes unbekannt war, selbst nach seiner Adoption durch Alfriede und Egerhardt Borkschnieder aus Castrop-Rauxel. Genannt wurde er bis zu seinem 21. Lebensjahr lediglich “Otto” und danach “Herr Otto”.</p>



<p>Ernst Jandl pflegte in dem Geschäft für Heimtierbedarf in den 60er Jahren das Futter für seine Gespenstschrecken zu kaufen, die er mit großer Hingabe züchtete und erfuhr dort von dem Findelkind namens Otto.</p>



<p>Es ist nicht belegt, dass Jandl Herrn Otto jemals persönlich kennenlernte und ob die Existenz des Hundes nur eine literarische Idee des Schriftstellers war.</p>
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		<title>Manchmal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Drk Hrtmnn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2022 16:07:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein sehr tiefgründiges Gedicht, das sowohl durch sein Form (lyrische Zeilenumbrüche) als auch seinen Inhalt zu überzeugen weiß.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>manchmal (das ist der titel!)</p>



<p>manchmal<br>schreibe ich ein gedicht<br>und denke dann</p>



<p>himmel</p>



<p>ist das schlecht</p>
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		<title>Kumpelstilzchen</title>
		<link>https://drkhrtmnn.de/2022/10/20/kumpelstilzchen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Drk Hrtmnn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Oct 2022 15:04:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>
		<category><![CDATA[Märchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie Millionärstöchter mit zu Gold gesponnenem Stroh Erfolg auf Instagram haben können, selbst wenn sie das Stroh nicht selbst gesponnen haben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://drkhrtmnn.de/wp-content/uploads/2023/10/Kumpelstilzchen.mp3"></audio></figure>



<p>Eine Millionärstochter behauptet, Gold aus Stroh spinnen zu können, weil sie damit etliche Follower auf Instagram sammeln könne. Mark Zuckerberg lässt die Tochter kommen und stellt ihr die Aufgabe, über Nacht eine Kammer voll Stroh zu Gold zu spinnen, ansonsten werde ihr Konto gelöscht. Die Millionärstochter ist verzweifelt, bis ein gutmütiger Typ auftaucht, ihr gegen eine Tasse Tee Hilfe anbietet und für sie das Stroh zu Gold spinnt. In der zweiten Nacht wiederholt sich das Gleiche, diesmal um den Preis eines frisch gepressten Orangensafts. Darauf verspricht Mark Zuckerberg dem Mädchen eine große Zukunft auf Instagram, falls sie noch einmal eine Kammer voll Stroh zu Gold spinnen kann. Diesmal verlangt der gutmütige Typ von der Millionärstochter, doch vielleicht mal gemeinsam Essen zu gehen, wenn sie da nichts gegen hätte, worauf sie schließlich ebenfalls eingeht.</p>



<p>Nach ihrem kometenhaften Social-Media-Aufstieg und den ersten 500 Millionen Followern fragt der gutmütige Typ kleinlaut nach dem versprochenen Lohn. Die Millionärstochter bietet ihm eine signierte Fan-Postkarte an, aber der Typ möchte sie eigentlich doch lieber zum Essen einladen. Durch einen fingierten emotionalen Zusammenbruch erweicht, gibt er ihr aber drei Tage Zeit, um seinen Namen zu erraten. Kennt sie ihn in der dritten Nacht, dann soll es bei einer einfachen Postkarte bleiben. In der ersten Nacht probiert es der Insta-Star mit allen Namen, die sie kennt; doch ohne Erfolg. In der zweiten Nacht versucht sie es erfolglos mit Namen, die sie von ihren Followern erfragt hat. Am Tag darauf erfährt sie von einem Angestellten, dass ganz entfernt ein gutmütiger Typ in einem kleinen Haus wohnt, der nachts einsam vor dem Computer sitzt und jammert:</p>



<p><em>Heute back ich, morgen putz ich,<br>übermorgen like ich der Millionärstochter ihre Posts;<br>ach, wie schad’, dass niemand weiß,<br>wie ich denn im Real Life heiß!</em></p>



<p>Die Millionärstochter fragt zunächst, ob der Typ “Kunz” oder “Heinz” heiße, und gibt danach freiwillig auf. So hat sie das Rätsel zwar nicht gelöst, lehnt aber trotzdem ab, mit ihm essen zu gehen. Der gutmütige Typ wird sehr traurig und zieht enttäuscht von dannen mit den folgenden Worten: „Vielleicht können wir ja wenigstens auf Instagram Freunde bleiben.“</p>
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		<title>Der Panzer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Drk Hrtmnn]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Sep 2022 14:27:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>
		<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Rilkes Panther ein bisschen variiert. Reime über die Trostlosigkeit von Kriegen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>von Narrei Armia Kiler</strong></p>



<p>Sein Motor ist vom Vorüberziehn der Städte<br>so müd geworden, daß er nichts mehr hält.<br>Ihm ist, als ob es tausend Städte gäbe<br>und hinter tausend Städten keine Welt.</p>



<p>Der Rasselgang geschmiedet starker Ketten,<br>die sich in immergleichen Kreisen drehn,<br>ist wie ein Tanz von Kraft durch öde Stätten,<br>in der betäubt große Ruinen stehn.</p>



<p>Nur manchmal schiebt die Luke der Kanone<br>sich lautlos auf –. Dann geht eine Granate hinein,<br>geht durch des Rohres angespannte Stille –<br>und hört im Bersten auf zu sein.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Das Buch mit den sieben Siegeln</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Drk Hrtmnn]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 May 2022 10:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[Die seltsame Geschichte mit den sieben Siegeln aus der Offenbarung des Johannes. Mit einigen persönlichen Anmerkungen versehen und sogar als Video mit Musik und Text verfügbar.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div></figure>



<p><em>Eine Geschichte aus der Offenbarung des Johannes, allerdings ohne das Intermezzo zwischen dem sechsten und siebten Siegel.</em></p>



<p><em>Geschrieben von einem nicht näher bekannten Johannes, übersetzt von Martin Luther und ergänzt von einer weiteren Person.</em></p>



<p>Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln, s o dass nur der Autor selbst wissen konnte, dass das Buch innen tatsächlich beschrieben war und nicht etwa nur aus leeren Seiten in einem vollgeschriebenen Umschlag bestand.</p>



<p>Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?</p>



<p>Und als nach langer Zeit niemand antwortete, fragte es mit noch größerer Stimme nach: Na?</p>



<p>Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun noch es sehen. Was merkwürdig war, denn mindestens sehen sollten es diejenigen, die den vorliegenden Text aufgeschrieben haben. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen, denn ich war furchtbar neugierig und wollte unbedingt wissen, ob dort auch die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und Allem darin enthalten war. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel und spotte nicht über die Metapher mit Davids Wurzel, das ist nicht lustig.</p>



<p>Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Wesen und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande, auch wenn es überhaupt keinen Sinn ergab, dass ein geschlachtetes, siebenhörniges und siebenäugiges Lamm etwas mit Gottes gesandten Geistern zu tun haben sollte. Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß und dessen Name offenbar nicht genannt werden soll, der aber immerhin zwei Hände zu haben und etwas menschlicher auszusehen schien als das geschlachtete, siebenhörnige und siebenäugige Lamm. Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, und sie alle kratzten sich am Kopf, weil es ihnen rätselhaft war, was Räucherwerk mit Gebeten zu tun haben solle, und sie sangen ein neues Lied:</p>



<p>“Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserm Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.”</p>



<p>Und das Lamm rief: Haltet ein, mit diesem elenden Harfen-Geklimper und Geräuchere und außerdem ist der Text von diesem neuen Lied einfach unerträglich blöde.</p>



<p>Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Wesen und um die Ältesten her, und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und viel tausendmal tausend, das macht, wenn man es überschlägt, ja insgesamt weit über 100 Millionen; die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob und Dieses und Jenes und auch ein paar Kleinigkeiten etcetera p p.</p>



<p>Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist und darunter und darüber, links, rechts, vorne, hinten, nebenan, jenseits und überall sonst, und auch woanders und hier und jetzt habe ich den Faden verloren.</p>



<p>Ach ja, jedes Geschöpf hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier Wesen sprachen: Na denn man Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an und die jüngeren hielten sich die Ohren zu und machten ebenso wie das Lamm keinen Hehl daraus, das Lied und dessen Text unerträglich blöde zu finden.</p>



<p>Und ich sah, dass das Lamm das erste der sieben Siegel auftat, und ich hörte eines der vier Wesen sagen wie mit einer Donnerstimme: Komm!</p>



<p>Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hatte einen Bogen, und ihm wurde eine Krone gegeben, und er zog aus, um sieghaft zu siegen wie Siegfried, der sagenhafte Säbelschwinger oder Simson, der sau-starke Superheld des Stammes Dan oder Sisyphos, der salbungsvolle Steinblock-Schubser oder naja, gut, jedenfalls zog er aus, um zu siegen.</p>



<p>Und als es das zweite Siegel auftat, hörte ich das zweite Wesen sagen: Komm, du Hirni!</p>



<p>Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten und zu Hackfleisch verarbeiteten, und ihm wurden ein großes Schwert und ein robuster Fleischwolf gegeben.</p>



<p>Und als es das dritte Siegel auftat, hörte ich das dritte Wesen sagen: Nu komm schon, du dämlicher Sack!</p>



<p>Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich hörte etwas wie eine Stimme mitten unter den vier Wesen sagen: Ein Maß Vollmilchschokolade mit ganzen Nüssen für einen Silbergroschen und drei Maß Meisterbräu Export Würzig für einen weiteren Silbergroschen; und an Öl und Wein halte dich schadlos! Und frage nicht, was diese Anweisung mit den anderen finsteren Ereignissen dieser Offenbarung zu tun hat, denn sonst wirst auch du zu Hackfleisch verarbeitet werden.</p>



<p>Und als es das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme des vierten Wesens sagen: Mann, jetzt komm endlich, du faules Arschloch!</p>



<p>Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: Gevatter Karl-Heinz Tod, gebürtig aus Castrop-Rauxel und derzeit wohnhaft im Reich des Todes, und die Hölle zog mit ihm einher. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit Schwert und Hunger und Tod und durch die wilden Tiere auf Erden und durch Atombomben und Schrapnell-Geschosse und, ja, auch durch Schlagermusik.</p>



<p>Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen und gemeint sind damit wahrlich nicht ihre Schul-Beurteilungen und ich sah auch die Seelen derer, die einfach nur so ohne bestimmten Grund umgebracht worden waren. Und sie schrien mit großer Stimme: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen, von uns aus auch gerne an allen Unschuldigen und an den friedfertigen Tieren und Pflanzen und dem ganzen Zeugs um uns herum, so wie wir es gewohnt sind? Und ihnen wurde gegeben einem jeden ein weißes Gewand mit einem friedfertigen Kalenderspruch darauf, und ihnen wurde gesagt, dass sie ruhen müssten noch eine kleine Zeit, bis vollzählig dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch noch ebenso sinnlos getötet werden sollten wie sie.</p>



<p>Und ich sah: Als es das sechste Siegel auftat, da geschah ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde schwarz wie ein härener, schwärender, gärender oder vielleicht sogar mährender Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut, und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von starkem Wind bewegt wird oder ein großer Radlader dagegen fährt. Und dabei spielte es keine Rolle, dass Sterne in Wirklichkeit gigantische Gasbälle sind, so unfassbar viel größer als die popelige Erde und ein einziger Stern bereits genügt hätte, die gesamte Erde zu pulverisieren, denn es handelt sich hier um das Wort Gottes und nicht das der Astronomen und überhaupt sollen auch die Germanisten ihre Klappe halten zu der Tatsache, dass die Sätze im Wort Gottes unheimlich lang werden können, für besseren Überblick eine Nummer bekommen und meist mit dem Wort, “Und”, beginnen. Und der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden wegbewegt von ihren Orten. Und die Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Gewaltigen und Gewaltlosen und alle Sklaven und alle Freien und sogar die bis zu dieser Stelle vollkommen unwichtigen Frauen verbargen sich in den Klüften und Felsen der Berge und sprachen zu den Bergen und Felsen: Nänn nänn nänn nänn näh näh! Ihr Berge und Felsen kriegt uns nicht, ihr kriegt uns nicht, wir haben uns nämlich gut verstäh-häckt.</p>



<p>Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, entstand eine Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang. Und ich sah die sieben Engel, die wie die Orgelpfeifen vor Gott standen und sich verlegen räusperten und wissen wollten, wie es denn nun weiterginge, und da wurden ihnen sieben Posaunen und ein paar Notenblätter gegeben. Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß; und ihm wurde viel nikotinfreies Räucherwerk aus nachhaltigem Anbau gegeben, dass er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen und einigen Anmerkungen dazu von Unheiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron. Und der Rauch des Räucherwerks mit den Gebeten der Heiligen und den Anmerkungen der Unheiligen stieg von der Hand des Engels hinauf vor Gott, bis Gott davon ein kleines bisschen husten musste. Und der Engel nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Donner und Stimmen und Blitze und Erdbeben, gerade so, als seien die Scheiß-Erfahrungen aus den sechs Siegeln zuvor lediglich Peanuts gewesen.</p>



<p>Tja.</p>



<p>Große Scheiße war im Gange.</p>
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		<title>Stadtbahn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Drk Hrtmnn]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2020 15:51:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>
		<category><![CDATA[Momentchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Momentchen: Die Stadtbahn in Riva del Garda. In Zeitlupe. Mit Hintergrundmusik.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Momentchen.</p>



<figure class="wp-block-video"><video controls poster="https://drkhrtmnn.de/wp-content/uploads/2023/11/Stadtbahn-mp4-image.jpg" src="https://drkhrtmnn.de/wp-content/uploads/2023/11/Stadtbahn.mp4"></video></figure>



<p>Die Stadtbahn in Riva del Garda &#8211; 27. September 2019</p>



<details class="wp-block-details is-layout-flow wp-block-details-is-layout-flow"><summary>Momentchen?</summary>
<p>Ein Momentchen ist eine kurze, maximal 30-sekündige Videosequenz, die in ihrer Ursprungsform vollständig mit dem Handy gemacht wurde: Aufnahme, Schnitt, Effekte und Musikuntermalung.</p>



<p>Das Bildformat ist quadratisch, damit es auf dem Handy gleich gut im Hoch- und Querformat angeschaut werden kann.</p>



<p>Die ursprüngliche Musikuntermalung war in der Regel der Ausschnitt einer Filmmusik oder eines sonstigen urheberrechtlich geschützten Werks. Weil ich das so natürlich nicht einfach veröffentlichen darf und will, habe ich die Musik dann nachträglich durch etwas Selbstgemachtes oder Lizenzfreies ersetzt.</p>
</details>
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